EIN UNGEWÖHNLICHES JAHR

 

Am 21. Dezember 2013 habe ich in Melchingen mit lauter guten Freunden und Verwandten meinen 75. Geburtstag gefeiert. Es war ein wunderbares Fest, zumal Uwe Zellmer noch einmal mein Stück „DAS STUTTGARTER HUTZELMÄNNLEIN“ nach Eduard Mörike in einer hinreißenden Inszenierung mit Schülern und Bernhard Hurm als Mörike zur Aufführung brachte.

So langsam, dachte ich, wird nun doch der Ruhestand über mich kommen.

Weit gefehlt! Das Jahr 2014 scheint eines der interessantesten und fruchtbarsten meiner Schriftstellerei zu werden.

Der Reihe nach:

 

HÖRSPIEL: UNSERE WEGE TRENNEN SICH

Am 22. Februar wurde das Hörspiel „UNSERE WEGE TRENNEN SICH“, das ich zusammen mit Boris Pfeiffer geschrieben habe, im SWR urgesendet.

Am 30.  März kam es dann noch zu einer öffentlichen Aufführung dieses Hörstückes im ausverkauften Tübinger Zimmertheater und am Tag darauf zu einer höchst angeregten Diskussion mit Inge Jens, die das Schicksal ihres Mannes Walter in der Hauptfigur wiederzuerkennen glaubte.

Schon im letzten Jahr hatte ich damit begonnen, das Theaterstück „DER POSTMICHEL“, das im Sommer 2015 als Freilichtveranstaltung in Esslingen seine Uraufführung haben wird, zu schreiben. Co-Autor ist Jürgen Poppig, Chefdramaturg am Heidelberger Theater, der auch bei den Stücken „SCHWABENBLUES“ und „DAS STUTTGARTER HUTZELMÄNNLEIN“ mein Partner war. So kommt es zu einer neuerlichen Zusammenarbeit von uns beiden mit Friedrich Schirmer, der als Intendant an die Württembergischen Landesbühnen in Esslingen zurückkehrt, wo er bereits Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts große Erfolge gefeiert hat, bevor er die Intendanzen in Freiburg, Stuttgart und Hamburg übernahm.

 

 

 

THEATERMAMMUTPROJEKT: 55 SOMMER

DSC_0218Am 16. April konnte ich das Manuskript für das Mammutprojekt „55 SOMMER“ abliefern. Hier seine Geschichte: Vor ca. zwei Jahren kam Hildegard Emilia Plattner, Chefin der Kunstschule Böblingen und Leiterin von acht Amateurtheaterensembles, zu mir und erzählte, sie werde sich 2014 nach 32 Jahren Kulturarbeit in Böblingen von diesen Aufgaben verabschieden. Zu diesem Abschied wolle sie ein Freilichttheaterstück aufführen, in dem alle, die jemals bei ihr gespielt hatten – so sie denn wollten – noch einmal auftreten könnten. Am Ende waren das über 100 Schauspieler zwischen 4 und 84 Jahren. Von Anfang an war klar, dass wir die Geschichte der Bundesrepublik, der Stadt Böblingen und von einem runden Dutzend Protagonisten in der Zeit von Kriegsende bis zur Jahrhundert-, bzw. Jahrtausendwende erzählen wollten. Da kann ein Autor leicht den Überblick verlieren. Damit dies nicht geschah, holte ich mir Hilfe. Mein Freund Hartwin Gromes, lange Jahre Dramaturg an verschiedenen Theatern und später Professor für Theaterwissenschaften an der Universität Hildesheim, erklärte sich bereit, in die Arbeit mit einzusteigen. Er gab dem Stück eine übersichtliche Struktur und entwickelte neue Szenen mit mir.

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Der Spielort sollte ein Schrebergartengelände sein und zwar auf dem Hofgut Mauren, wo die Besitzer schon bald anfingen die Kulissen „anzupflanzen“. Gärtchen und Wege wurden angelegt, Gartenhäuschen gebaut. Die Kulisse war bald schon keine Kulisse mehr, sondern ein natürlich gewachsener Spielort. Schon während seines Entstehens machte das Vorhaben Furore. Ministerpräsident Kretschmann übernahm die Schirmherrschaft. Die Medien berichteten auf breiter Front. Die Uraufführung am 21. Juni wurde zu einem spektakulären Erfolg. Regie und Ensemble erwiesen sich als absolut professionell. „Eine Sternstunde des Amateurtheaters“ schrieb die STUTTGARTER ZEITUNG. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen. Zwei Jahre Arbeit wurden reichlich belohnt. Insgesamt 20 Mal wurde das Theaterstück aufgeführt werden. Und immer vor vollem Haus. Am Ende haben es über 11 000 Menschen gesehen.

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VOLKSTHEATER: EIN AUFTRAG FÜR DEN KÖNIG

Manchmal dauert es lange, bis ein Plan gelingt. Im Jahr 2000 schrieb ich das Volksstück „EIN AUFTRAG FÜR DEN KÖNIG“. Anlass war die 900-Jahr-Feier meines Heimatortes Dettenhausen. Es kam nicht zur Aufführung, weil sich das Dorf über das Stück zerstritt. Manche Ähnlichkeiten mit (allerdings längst nicht mehr lebenden) Personen erschienen deren Nachfahren als diskriminierend. Das Vorhaben wurde abgeblasen. Nach 15 Jahren nun haben sich die Gemüter etwas beruhigt, wozu ich freilich mit einer Überarbeitung des Textes auch noch ein wenig beigetragen habe. Nun soll es doch noch zu einer Aufführung kommen. Der Verein „Dettahäuser Fleckatheater“ wird es unter der Regie von Uwe Zimmermann nächstes Jahr aufführen. Und wenn nichts dazwischen kommt, spiele ich selbst den König von Württemberg.

 

DER DORFROMAN: HEIMATJAHRE

Dettenhausen ist auch der Ort, an dem ein Roman spielt, den ich schon seit vielen Jahren schreiben wollte – einen Dorfroman, der auf rund 500 Seiten breit dahin strömt wie ein Fluss, der allerdings auch überraschende Biegungen und gefährliche Stromschnellen aufweist. Seine Geschichte beginnt mit dem Kriegsende 1945. Erzählt wird das Leben Christian Ebingers und der Menschen um ihn herum, zugleich geht es um drei Jahrzehnte jüngster deutscher Geschichte. Ich erzähle, wie ein Volk versucht, aus selbst verschuldeten Trümmern ein neues Land aufzubauen. Während sich die Dörfler und ihr Dorf ständig weiter verändern, entwickelt sich auch die Gesellschaft der Bundesrepublik. Der Verlag bezeichnet das Buch als „Autobiografischen Dorf- und Entwicklungsroman, ganz wie ihn das Leben schreibt: Menschenseelenkundig und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.“ Wollen wir mal hoffen, dass der Verlag damit Recht hat.

Der Titel des Buches lautet „HEIMATJAHRE“. Es ist Ende August 2014 im Verlag Klöpfer und Meyer zu Tübingen erschienen. Am 26. September machen wir eine Buchpremiere im Bürgerhaus von Dettenhausen. Am 29. September wurde es dann in Tübingen im Sparkassencarré präsentiert. Gastgeber waren der Schwäbische Dialektverein, der Verlag Klöpfer und Meyer, die Kreissparkasse und die Buchhandlung Osiander.Der Saal war voll, die Zuhörer waren erkennbar zufrieden. Ebenso der Buchhändler, der rund 50 Exemplare verkaufte.

Es folgt dann eine kleine Lesereise nach Ulm und Stuttgart.

Fernsehen und Rundfunk, sowie einige Zeitungen haben bereits freundlich über die Neuerscheinung berichtet. Und es folgten weitere Termine. So war  ich zum Beispiel am 26. September 2014 von 10 bis 12 Uhr Gast in der viel gehörten Sendung „SWR-Leute“, Moderator Stefan Siller.

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Inzwischen sind ein paar Monate vergangen, und ein paar Leute hatten Gelegenheit, das Buch zu lesen. Manche von ihnen haben mir auch dazu geschrieben. Zum Beispiel Rolf Lamprecht, ein alter Kollege und wunderbarer Freund aus gemeinsamen SPIEGEL-Zeiten:

Lieber Eberhard,

 

wenn man von einem Roman gefesselt ist, fällt es schwer, kritische Distanz zu gewinnen. Man muss sich erst aus der Faszination lösen. Doch vielleicht sagt diese Einsicht mehr als jedes wohlformulierte Lob. Sie verrät: Der Autor hat ein Idealziel erreicht – den Leser in seinen Bann gezogen.

 

Bei mir decken sich beide Perspektiven. Ich fand das Buch spannend – und ich halte „Heimatjahre“ für einen gelungenen Roman. Ich könnte, wenn ich mich für kompetenter hielte, auch sagen: für einen großen zeitgenössischen Familienroman. Hier stutze ich – und frage: Wer ist eigentlich kompetent? Nur der studierte Germanist? Oder vielleicht auch einer, der seit 70 Jahren mit Leidenschaft liest – und seine Meinung selbstkritisch mit dem Urteil der professionellen Rezensenten vergleicht.

 

Dieser – ich sage mal – mündige Laie hat gelernt, dass es unzählige literarische Richtungen gibt, die kommen und gehen. Er weiß zudem, dass sich alle – welche Präferenzen sie auch haben mögen – in einem einig sind: Die Kunstform des Erzählens stirbt nicht aus. Und Du bist ein begnadeter Erzähler.

 

Wann immer ich ein Interview mit Dir gelesen oder gehört habe: Du hast auf sympathische Weise tief gestapelt und Dich (sinngemäß) als Gebrauchsschriftsteller bezeichnet. Die räumliche Entfernung hat leider nie einen Workshop zwischen uns möglich gemacht. Sonst hätten wir vielleicht über den Begriff Handwerk geredet und über die Sternstunden, in denen Handwerk zum Kunsthandwerk wird. Du hast in vielen Deiner Stücke diese fließende Grenze überschritten. Der Roman ist, dialektisch gesehen, ein weiterer Qualitätssprung – auf die nächsthöhere Ebene.

 

Was fällt einem Leser ein, der sich mehr abverlangt als den Satz „Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Zeile gern gelesen? Er geht die Liste der Kriterien durch, die nach herkömmlicher Ansicht den guten Roman ausmachen. Vor ihm marschieren die Menschen auf, die er bei der Lektüre kennen gelernt hat. Jeder steht leibhaftig vor ihm, jeder lebt, nimmt für sich ein oder stößt ab, ist sympathisch oder unsympathisch (was auch daran liegen mag, dass Du ein guter Beobachter bist und für jede Person ein Vorbild hattest). Die Schwaben müssten Dir ein Denkmal bauen – oder besser: Die Werbung in Gold aufwiegen.

Beim zweiten, nunmehr um Distanz bemühten Blick merkt der Leser, wie sehr alle Helden auch Kinder ihrer Zeit waren. Der Autor hat – unaufdringlich, aber zielbewusst – auch ein Stück Zeitgeschichte geschrieben. Der Leser sitzt am Esstisch einer Familie, die als Teil (als so genannte „kleinste Zelle“) der Gesellschaft alle Wechselbäder über sich ergehen lassen muss. Wer die Jahrzehnte selbst miterlebt hat, kann bestätigen, dass Du die Höhen und Tiefen, vor allem aber die ideologischen Hintergründe wie ein Seismograph nachgezeichnet hast. Chapeau!

Dialoge zu bauen, sind zu Deinem zweiten Ich geworden. Sie  kommen dem Roman auf jeder Seite zugute. Rede und Gegenrede treiben die Handlung voran, sie widerspiegeln zugleich die Entwicklung der Hauptpersonen – vor allem natürlich die „Menschwerdung“ des Helden Christian.

Die Moral dieser Zeilen: Der Briefschreiber erkennt neidlos an, dass sein alter Freund Huby über sich selbst hinaus gewachsen ist. In diesem Sinne grüßt Dich herzlich

Rolf

 

 

 

Zwei Stockwerke unter uns wohnt ein Germanist, der bis vor Kurzem mit gutem Erfolg versucht hat, berliner Gymnasiasten Deutsch beizubringen und sie mit Literatur vertraut zu machen. Dieser Nachbar, Dr. Hans-Ulrich Bielefeld, hat das Buch ebenfalls gelesen und schreibt mir : “Als kleines Dankeschön für Sie (und als kleine Fingerübung für mich) habe ich meine Eindrücke in einer kurzen Rezension festgehalten.”  Ich habe Dr. Bielefeld um die Erlaubnis gebeten, seinen Text auf meiner Homepage zu veröffentlichen, weil ich das Gefühl hatte, treffender kann man das Buch nicht charakterisieren.

Hier seine Rezension:

“Heimatjahre”, so der Titel des Romans von Felix Huby, den man sonst eher als Krimi-, Fernseh- und Theaterautor kennt, das klingt wie ein später Abkömmling des deutschen Entwicklungsromans, und mit etwas Ähnlichem haben wir es hier zu tun. Es ist die kaum verklausulierte Biografie des Autors, dessen Alter Ego hier Christian Ebinger heißt, ein Lehrersohn aus dem dörflichen Schwaben, wo beinahe jeder jeden kennt und Menschlichkeit neben gefühlter Enge und auch Engstirnigkeit zu finden ist.

Der anfängliche Leseeindruck täuscht. Nicht schwäbische Dorfidylle und Behaglichkeit erwarten den Leser, wie vom Erzählton suggeriert wird, der gelegentlich auch ins Mundartliche fällt, sondern ernste Dinge werden verhandelt: Die Auseinandersetzung mit der Kriegs- und Nachkriegssituation und die anschließenden Aufbaujahre der jungen Bundesrepublik, die Verstrickung in Schuld, eine tabulose Beschreibung einer Familiensituation und des Erwachsenwerdens des jungen Protagonisten, der sich mit der Spießigkeit seiner Umwelt auseinandersetzen muss und gegen sie rebelliert und seinen Preis zahlen muss. Ohne Scheu wird über erste Liebeserfahrungen berichtet, über Irrungen, Wirrungen und Enttäuschungen, ohne dass romantisches Klischees bedient werden, bis zu einem Schluss, der hoffen lässt. Es ist aber auch die Geschichte eines jungen Menschen und seiner Berufung zum Schreiben, der mit Begabung, Zielstrebigkeit und einer gehörigen Portion Glück sich aus der Gebundenheit an die heimatliche Enge zu befreien versteht, um in die Welt zu gehen und dort Journalist und Schriftsteller zu werden.

Was den Roman auszeichnet, ist auch seine einfühlsame und sichere Personenführung. Durch die szenische Darstellung werden die Personen und Situationen dem Leser plastisch vor Augen geführt, ihre Denk- und Redensweise erscheint authentisch. Der Autor hat im lutherischen Sinne dem Volk aufs Maul geschaut und auch die typischen Alltagsfloskeln einfließen lassen, es etwas menscheln lassen, was uns die Handelnden näher bringt, besonders wenn es eben schwäbische Redensarten sind. Unverkennbar ist eine gewisse Sympathie des Autores mit seinen Personen, der es dem Leser überlässt, sich ein Urteil zu bilden.

Auch wenn hier sicher weniger formal-literarische Ambitionen gehegt werden, so gelingt es dem Autor umso besser, seine Leser in den Fluss des Erzählens hineinzuziehen und ihnen ein Vorstellungsbild über eine Zeit zu vermitteln, die so lange noch nicht her ist, in der aber trotzdem alles noch ein wenig oder auch ganz anders gewesen ist.

Hans-Ulrich Bielefeld, 11. 09. 2014

 

 

SO SEMMER HALT

Im Herbst letzten Jahres erschien im Stuttgarter Belserverlag das Buch „SO SEMMER HALT! – DIE SCHWABEN UND DIE REPUBLIK“: Eigentlich hatte ich vor gehabt, zusammen mit meinem Freund Hans Münch, der wiederum gemeinsam mit seiner Frau Ulrike mit dem Theaterstück „SCHWABENHATZ“ einen Berliner Theaterpreis gewonnen hatte, ein Buch über die ständigen Auseinandersetzungen zwischen Berlinern und Schwaben zu schreiben. Es wurde mehr daraus, nämlich eine modernes Sittenbild Schwabens und der Schwaben in unserer Zeit. Wer vermutet, dieses Buch stehe in der Tradition von Thaddäus Trolls „DEUTSCHLAND DEINE SCHWABEN“, mag durchaus Recht haben.

 

HELDEN UND REBELLEN

Der Erfolg des, von Peter Ruge wunderbar illustrierten, Buchs „So semmer halt“ führte zu einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Belserverlag. Ende September erschien dort das Buch „NET MIT UNS! – HELDEN UND REBELLEN AUS BADEN UND SCHWABEN“, das ich gemeinsam mit Hartwin Gromes geschrieben habe. Im nächsten Frühjahr soll dann, wiederum im Belserverlag, ein Kurzgeschichtenband von mir unter dem Titel „GESTATTEN, BIENZLE, PENSIONÄR“, erscheinen. Mein Roman- und TV-Tatort-Kommissar ermittelt dann als Ruheständler, wenn er darum gebeten wird oder wenn er sich aus eigenem Antrieb einmischt. Das Manuskript ist bereits beim Verlag.

 

BIENZLE ZUM HÖREN

Einige dieser Kurzgeschichten habe ich in einem Tonstudio eingelesen, um daraus eine Hör-CD zu machen. Der Jazzmusiker Paul Schwingenschlögel steuert die adäquate Musik bei. Es ist ein Versuch auf eigene Faust. Schauen wir mal, was daraus wird.

Im ADAC-Verlag ist soeben in der Reihe „VON MORD BIS SÜD“ mein Kriminalroman „BIENZLE UND DIE LETZTE BEICHTE“ als Hörbuch erschienen, gesprochen von dem Schauspieler Martin Umbach, der unter anderem als Synchronsprecher George Clooney die deutsche Stimme leiht.

 

 

AKKORDEONIKONEPOMUK UND GANGASTAGLÜCK

 

Boris Pfeiffer, der eine bunte Theatervergangenheit hat, und ich haben in den vergangenen 24 Monaten gemeinsam zwei Kindertheaterstücke geschrieben. Begleitet hat uns der Leiter des Verlags der Autoren Thomas Maagh, der sich dabei als begnadeter Dramaturg erwies. Nun bietet der Verlag beide Stücke an.

„AKKORDEONININEPOMUK“ ist eine sagenhafte Figur, die in einem kleinen Zirkusunternehmen, das um seine Existenz kämpft, sein (Un)wesen treibt.

„GANGSTAGLÜCK“ Erzählt die Geschichte des 10jährigen Patrick, der nicht bereit ist, hinzunehmen, dass sein Vater vor seiner Hartz-4-Existenz kapituliert und damit auch noch die Familie zerstört. Patricks Versuch, auf eigene Faust eine Wende zum Besseren herbeizuführen, bringt ihn gewaltig in die Bredouille.

 

KEIN FERNSEHEN MEHR

Wer nun darauf wartet, zu erfahren, welche neuen Drehbücher entstanden sind oder entstehen sollen, wartet vergeblich. Die Fernsehmacher haben keine Verwendung mehr für mich, was ich verstehen kann: Als ich jung war, war ich auch der Meinung, die Alten sollen endlich Platz machen. Allerdings haben wir damals die Älteren das nicht auf so rüde Weise wissen lassen, wie ich es erlebt habe. Vielleicht trügen da aber auch meine Erinnerungen.

 

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Lassalle

Ein Bühnenstück zum 150. Geburtstag der SPD

Am 23. Mai 1863 gründeten Arbeiter aus ganz Deutschland in Leipzig unter Führung Ferdinand Lassalles den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, aus dem die SPD hervorgegangen ist. Wir feiern also 2013 das 150jährige Bestehen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und erinnern uns an den Mann, der die gedanklichen und organisatorischen Voraussetzungen für ihre Gründung gegen tausendfachen Widerstand fast im Alleingang geschaffen hat und über den wir erstaunlich wenig wissen.

Dass Lassalle sich zum Beispiel fünf Mal mit dem Reichskanzler Otto Graf Bismarck zu intimen Gesprächen getroffen hat, um auf Augenhöhe über ein freies und gleiches Wahlrecht und die Anerkennung der Arbeiter als neue politische Kraft zu streiten;

…dass Lassalle mit Marx und Engels im theoretischen Streit lag und sich mindestens Marx, den er auch finanziell unterstützte, freundschaftlich verbunden fühlte;

…dass er zugleich als elegant gekleideter, hoch gebildeter und durchaus wohlhabender Bürger in den Salons auftrat und schließlich grade mal 37jährig 1864 in einem unsinnigen Duell sein Leben ließ –

das alles und noch weit mehr erzählt das Theaterstück „LASSALLE“, dem die Worte des Parteigründers vorangestellt sind: „Die Sache der unteren Klassen der Gesellschaft ist die Sache der gesamten Menschheit“.

Lassalle war ein mutiger, wortmächtiger Kämpfer für die Gerechtigkeit, den auch Gefängnisstrafen nicht beugen konnten. Er war ein Mann von großer intellektueller Schärfe und einer unwahrscheinlichen Arbeitskraft – kein Wunder also, dass eine starke Faszination darin liegt, sein abenteuerliches Leben nachzuzeichnen. Dabei geht dessen Entstehung auf die Idee eines einfachen SPD-Mitglieds aus Sulz am Neckar in Südwürttemberg zurück, der ein Stück für seine Theatergruppe vor Ort suchte. Der Genosse Klaus Schätzle sprach Felix Huby an, der ihm als Fernseh- und Theaterautor bekannt war, und von dem er wusste, dass er seit über 40 Jahren SPD-Mitglied ist. Zu seiner Überraschung sagte Huby sofort zu, er wolle es versuchen. „Schade nur, dass ich nicht selber auf die Idee gekommen bin.“ Das war im Januar 1912. Huby gewann den Theaterdramaturgen Hartwin Gromes als Co-Autor, und schon bald stellte sich heraus, dass da etwas entstand, was Theaterfreunde weit über Sulz am Neckar hinaus interessieren könnte.

Nun, da das Stück vorliegt, wird in Berlin unter der Regie von Rüdiger Wandel, der so manches Stück für das Grips-Theater in Berlin entwickelt und inszeniert hat, zunächst als szenische Lesung über die Bühne gehen.

 

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Endlich auf DVD! “Der Eugen” – Eine schwäbische Familienserie

Eugen DVD

Eugen DVD

von Felix Huby
Ob es sich um die Gewinnung amerikanischer Großkunden, das Gefügigmachen eines unliebsamen Steuerprüfers oder um die möglichst kostengünstige Beschaffung eines Konfirmationsgeschenks handelt – Weingutbesitzer und Vorzeigeschwabe Eugen Eisele (Walter Schultheiß) versucht mit ausgeprägtem Geschäftssinn, Tüchtigkeit und rauem, aber liebenswerten Charme und Cleverness jede noch so ausweglose Situation zu lösen…
Die ersten 20 humorvollen und bis in kleinste Nebenrollen erstklassig mit beliebten und  bekannten Schauspielern besetzten und vom SDR (heute SWR) produzierten Folgen von „Der Eugen” liegen nun erstmals auf DVD vor. Die SCHWABENLANDFILM GmbH ergänzte die Veröffent-lichung um zahlreiche Interviews mit Darstellern und Filmschaffenden und bietet nun drei Stunden humorvolle und informative Unterhaltung auf DVD.

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Fast wie von selbst

Ein Gespräch mit Dieter de Lazzer
Reihe Filmbibliothek
Verlag der Autoren, Frankfurt a. M. 2008
ISBN 978-88661-313-7
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