Lassalle

Ein Bühnenstück zum 150. Geburtstag der SPD

Am 23. Mai 1863 gründeten Arbeiter aus ganz Deutschland in Leipzig unter Führung Ferdinand Lassalles den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, aus dem die SPD hervorgegangen ist. Wir feiern also 2013 das 150jährige Bestehen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und erinnern uns an den Mann, der die gedanklichen und organisatorischen Voraussetzungen für ihre Gründung gegen tausendfachen Widerstand fast im Alleingang geschaffen hat und über den wir erstaunlich wenig wissen.

Dass Lassalle sich zum Beispiel fünf Mal mit dem Reichskanzler Otto Graf Bismarck zu intimen Gesprächen getroffen hat, um auf Augenhöhe über ein freies und gleiches Wahlrecht und die Anerkennung der Arbeiter als neue politische Kraft zu streiten;

…dass Lassalle mit Marx und Engels im theoretischen Streit lag und sich mindestens Marx, den er auch finanziell unterstützte, freundschaftlich verbunden fühlte;

…dass er zugleich als elegant gekleideter, hoch gebildeter und durchaus wohlhabender Bürger in den Salons auftrat und schließlich grade mal 37jährig 1864 in einem unsinnigen Duell sein Leben ließ –

das alles und noch weit mehr erzählt das Theaterstück „LASSALLE“, dem die Worte des Parteigründers vorangestellt sind: „Die Sache der unteren Klassen der Gesellschaft ist die Sache der gesamten Menschheit“.

Lassalle war ein mutiger, wortmächtiger Kämpfer für die Gerechtigkeit, den auch Gefängnisstrafen nicht beugen konnten. Er war ein Mann von großer intellektueller Schärfe und einer unwahrscheinlichen Arbeitskraft – kein Wunder also, dass eine starke Faszination darin liegt, sein abenteuerliches Leben nachzuzeichnen. Dabei geht dessen Entstehung auf die Idee eines einfachen SPD-Mitglieds aus Sulz am Neckar in Südwürttemberg zurück, der ein Stück für seine Theatergruppe vor Ort suchte. Der Genosse Klaus Schätzle sprach Felix Huby an, der ihm als Fernseh- und Theaterautor bekannt war, und von dem er wusste, dass er seit über 40 Jahren SPD-Mitglied ist. Zu seiner Überraschung sagte Huby sofort zu, er wolle es versuchen. „Schade nur, dass ich nicht selber auf die Idee gekommen bin.“ Das war im Januar 1912. Huby gewann den Theaterdramaturgen Hartwin Gromes als Co-Autor, und schon bald stellte sich heraus, dass da etwas entstand, was Theaterfreunde weit über Sulz am Neckar hinaus interessieren könnte.

Nun, da das Stück vorliegt, wird in Berlin unter der Regie von Rüdiger Wandel, der so manches Stück für das Grips-Theater in Berlin entwickelt und inszeniert hat, zunächst als szenische Lesung über die Bühne gehen.

 

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